In diesem Tutorial wird ein (Dual Stack) PPPoE-Client in der lokalen Benutzertabelle des Routers konfiguriert.
Der Client erhält eine IPv4-Adresse aus dem Adress-Pool, optional ein IPv6-Präfix per Router Advertisement und
ein delegiertes DHCPv6-Präfix.
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Öffnen Sie die Konfiguration unter .
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Aktivieren Sie die Option PPPoE-Server aktiviert.
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Vergeben Sie unter Server-Name einen Namen für den PPPoE-Server. Dieser wird den PPPoE-Clients zur Identifizierung
im Status angezeigt
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Öffnen Sie die Tabelle Gegenstellen (PPPoE).
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Fügen Sie eine Gegenstelle hinzu und geben dieser einen Namen. Dieser ist gleichzeitig der Benutzername des
PPPoE-Clients und muss dem Benutzer im Rahmen der Zugangsdaten bereitgestellt werden.
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Lassen Sie das Feld MAC-Adresse leer.
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Setzen Sie die Haltezeit auf 0. Damit baut der PPPoE-Client die Verbindung aktiv auf, der Server baut diese
nicht aktiv ab, außer bei einem LCP-Polling-Timeout
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Öffnen Sie die PPP-Liste unter . Fügen Sie
einen neuen Eintrag hinzu und nehmen die folgenden Anpassungen vor:
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Wählen Sie als Gegenstelle die im vorigen Schritt erstellte Gegenstelle aus.
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Das Feld Benutzername wird für PPP-Einwahl in der Rolle als PPPoE-Server im LCOS nicht verwendet und muss daher hier leer gelassen werden.
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Geben Sie im Feld Passwort das Passwort des PPPoE-Clients ein.
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Über IPv4-Routing aktivieren wird die IPCP-Verhandlung und die Zuweisung von IPv4-Adressen an den Client
aktiviert bzw. erlaubt.
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Optional können Sie über IPv6-Routing aktivieren die IPV6CP-Verhandlung sowie die Verwendung von IPv6 für
den PPPoE-Client erlauben.
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Unter Authentifizierung der Gegenstelle (Anfrage) aktivieren Sie die erlaubten
Authentifizierungsverfahren mit dem PPPoE-Client.
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Unter Authentifizierung durch Gegenstelle (Antwort) muss die Auswahl
leer gelassen werden. Der PPPoE-Server soll sich nicht gegenüber dem Client authentifizieren.
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Unter LCP-Polling stellen Sie den Wert Zeit auf 3 (multipliziert wird intern mit dem Wert 10 für 30 Sekunden) und den
Wert Wiederholungen
auf 5.
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Der Adresspool für PPPoE-Clients wird unter definiert:
| Option |
Bezeichnung |
| Erste Adresse |
Erste IPv4-Adresse des
Einwahlpools, z. B. 10.0.0.2. |
| Letzte Adresse |
Letzte IPv4-Adresse des
Einwahlpools, z. B. 10.0.0.5. |
| Erster DNS |
Erster IPv4-DNS-Server, der den
PPPoE-Clients zugewiesen werden soll. |
| Zweiter DNS |
Optionale Angabe eines zweiten
IPv4-DNS-Servers, der den PPPoE-Clients zugewiesen werden soll. |
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Aktivieren Sie optional auch IPv6 unter .
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Aktivieren Sie die IPv6-RAS-Vorlagen unter .
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Legen Sie unter einen neuen Tabelleneintrag an. Wählen Sie als
Interface-Name das soeben aktivierte "RAS-TEMPLATE" und als
Standard-Router
"Immer" aus.
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Legen Sie unter einen neuen Tabelleneintrag an. Wählen Sie als
Interface-Name das "RAS-Template" und als Erstes Präfix geben Sie das erste IPv6-Präfix des Pools an, dass
Clients zugewiesen werden soll. Als Letztes Präfix geben Sie das letzte IPv6-Präfix des Pools an, dass Clients
zugewiesen werden soll. Die Präfix-Länge muss exakt /64 sein.
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Legen Sie unter einen neuen Tabelleneintrag an. Wählen Sie als
PD-Pool-Name
den Namen "PD-POOL" und als Erstes Präfix geben Sie das erste IPv6-Präfix des PD-Pools an, dass Clients
zugewiesen werden soll. Als Letztes Präfix geben Sie das letzte IPv6-Präfix des PD-Pools an, dass Clients zugewiesen
werden soll. Unter Präfix-Länge konfigurieren Sie die Präfix-Länge des DHCpv6-Präfixes, die einem Client
zugewiesen werden soll. In der Regel wird /56 als Präfix-Länge verwendet.
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Legen Sie unter einen neuen Tabelleneintrag an. Wählen Sie als
Interface-Name/Relay-IP das "RAS-TEMPLATE" aus. Stellen Sie die Opton
DHCPv6-Server aktiviert auf "Ein".
Konfigurieren Sie als Erster DNS-Server, welche IPv6-DNS-Server-Adresse dem Client zugewiesen werden soll.
Konfigurieren Sie unter Präfix-Delegierungs-Pool den Namen des vorher angelegten DHCPv6-PD-Pools
"PD-POOL".
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Öffnen Sie die Konfiguration unter und
stellen Sie sicher, dass die verwendeten Präfixe und Dienste auch in der IPv6-Firewall aktiviert sind. Das
vordefinierte Objekt "RASCLIENTS" gilt für PPPoE-Clients, die per Interface "RAS-TEMPLATE"
erzeugt werden.
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Überprüfen Sie in den IPv6-Inbound-Regeln, dass "Allow-DHCP-Server" von den Quellstationen
"RASCLIENTS" erlaubt ist. Außerdem muss "Allow-DNS-Server" muss von den Quellstationen
"RASCLIENTS" erlaubt sein, wenn der LANCOM
Router selbst IPv6-DNS-Server für die PPPoE-Clients sein soll.
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Überprüfen Sie in den IPv6-Forwarding-Regeln, dass die Regel "Allow-RASCLIENTS" erlaubt ist. Die
in diesem Szenario verwendeten IPv6-Präfixe für Router Advertisements oder DHCPv6-PD-Pools müssen
grundsätzlich per Firewall-Regel im Forwarding-Fall erlaubt werden und nicht durch eine DENY-ALL-Regel
geblockt werden
Die Status-Informationen zu allen aktiven PPPoE-Clients werden in der Tabelle unter angezeigt.
Detailinformationen zu einem einzelnen Client können mit dem Show-Kommando "show pppoe-user-detail
<user-name>" angezeigt werden.
Analyse-Möglichkeiten bietet das Trace-Kommando "trace # ppp".