Der PPPoE-Server unterstützt grundsätzlich IPv4 / IPv6 Dual-Stack-Szenarien. Während IPv4 und die Zuweisung von Parametern wie IP-Adresse im PPP über ICP (RFC 1332) behandelt wird, wird IPv6 dabei in mehreren unterschiedlichen Teilfunktionen abgebildet:
- Im IPV6CP nach RFC 5072 werden die link lokalen Interface Identifier zwischen Client und Server verhandelt
- Der PPPoE-Server sendet per Router Advertisement das Präfix (Länge /64) für die WAN-Verbindung in Richtung des Clients. Das Präfix kann entweder individuell oder aus einem Pool zugewiesen werden. DNS-Server können optional auch per Router Advertisement zugewiesen werden
- Der DHCPv6-Server teilt dem Client sein delegiertes DHCPv6-Präfix (in der Regel ein /48 oder /56) sowie den DNS-Server mit. Das delegierte DHCPv6-Präfix kann entweder individuell oder aus einem Pool zugewiesen werden
- In der IPv6-Firewall werden die Zugriffsrechte auf Netzwerkebene des PPPoE-Clients definiert
Bei IPv6 unterstützt LCOS das Konzept der "RAS-Vorlagen" für Interfaces. So können gemeinsame Parameter für alle PPPoE-Clients definiert werden, z. B. Firewall-Konfiguration, Router Advertisements oder DHCPv6-Server-Konfigurationen.