WLAN-Technologie: Quicklebendig in die Zukunft

Veröffentlicht am: 2. Oktober 2019 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Netzpolitik, Technologie Keine Kommentare

Mal kurz die E-Mails checken, Nachrichten über WhatsApp verschicken oder den besten Freund auf einem lustigen Katzenvideo verlinken. Das alles funktioniert unterwegs nur mit schnellem Internet. Blöd nur, wenn anstatt LTE wieder kein Netz verfügbar ist. WLAN ist da die bessere Wahl. Es ist stabil, schnell und meist kostenlos. Die vielen Vorteile sehen übrigens nicht nur die Internet-Nutzer in Deutschland, wie eine von uns beauftragte Studie zeigt. Auch in Österreich, Frankreich und der Schweiz wird beim mobilen Surfen bevorzugt aufs WLAN gesetzt.

WLAN hat vor allem beim Streaming die Nase vorn

Vor allem bei der Nutzung von Streamingdiensten hat WLAN die Nase vorn. Etwa 60 Prozent der Befragten streamten unterwegs am liebsten per WLAN ihre Filme, Serien oder Musik – in jedem Land! Zum Vergleich bevorzugten den Mobilfunk nur jeweils etwa zehn Prozent. In Deutschland wünschen sich dabei 71 Prozent der Befragten mindestens die Gleichberechtigung von WLAN bei der Frequenzvergabe, also mehr Spektrum. 29 Prozent wollen sogar, dass die Technologie bevorzugt behandelt wird. Lediglich ein geringer Prozentsatz wünscht sich das für den Mobilfunk; er wird als bereits gut versorgt gesehen. Ähnliche Ergebnisse gibt es auch aus den anderen Ländern.

Frequenzpolitik muss sich ändern

Die Resultate zeigen sehr deutlich, dass sich in der Frequenzpolitik etwas ändern muss. Sie ist momentan völlig einseitig auf den Mobilfunk fokussiert. Und das, obwohl unsere Studie keine neuen Erkenntnisse bringt. Schließlich ist ein guter, kostenloser Hotspot längst ein Qualitätsmerkmal für Museen, Flughäfen oder Hotels geworden.

Es ist gut 15 Jahre her, dass für WLAN neue Funkfrequenzen bereitgestellt wurden. Das muss sich rasch ändern, damit es auch künftig zuverlässig und schnell bleibt, und Gigabit-WLAN auch in der Praxis Realität wird. Wir von LANCOM begrüßen es daher sehr, dass die EU derzeit die Öffnung des 6 GHz-Bands für WLAN untersucht. 2021 könnte die Freigabe erfolgen.

Die Vergabe neuer Frequenzen wäre nur folgerichtig, wenn mehr Bürger Public Wi-Fi nutzen sollen. Denn die EU hat derweil erkannt, dass der Bedarf an öffentlichen WLAN-Hotspots groß ist. Das Problem ist allerdings noch immer die Abdeckung. Um das teilweise zu lösen, hat die EU die Initiative WiFi4EU gestartet. Zuletzt lief der dritte Call für Kommunen, die sich für eine Förderung öffentlicher Hotspots bewerben konnten.

Wi-Fi 6 für eine hoffnungsvolle Zukunft

Ein weiterer guter Grund, auch in Zukunft auf WLAN-Technologie zu setzen, ist ein neuer Standard: Wi-Fi 6. Der bietet gänzlich neue Möglichkeiten in sogenannten High-Density-Umgebungen. In Szenarien mit einer hohen Anzahl von WLAN-Clients – zukünftig auch vermehrt IoT-Geräten – sorgt Wi-Fi 6 dafür, Kollisionen beim gleichzeitigen Betrieb zu reduzieren und den Gesamtdurchsatz zu erhöhen.

Durch eine effizientere Nutzung der zur Verfügung stehenden Bänder und Kanäle, bringt Wi‑Fi 6 Stabilität und Zuverlässigkeit in dermaßen hoch beanspruchte WLANs. Der Vorteil gegenüber älteren Standards liegt vor allem in der geringeren Latenzzeit pro Nutzer, die verfügbaren Bandbreiten werden jedem User wesentlich effizienter zugeteilt. Also kurz gesagt: Mehr Nutzer können gleichzeitig mit schnellem Internet surfen. Perfekt.

Auch wenn es schon nach der Einführung von LTE/4G Stimmen gab, die an der Zukunft von WLAN zweifelten: WLAN ist quicklebendig, und daran wird auch 5G nichts ändern! Außerdem blickt WLAN mit Wi-Fi 6 in eine hoffnungsvolle Zukunft. Das zeigen unsere Studienergebnisse deutlich. Jetzt muss nur noch die Politik nachziehen.

Verwandte Posts

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.