Trends und Themen: Das erwartet uns 2019!

Veröffentlicht am: 17. Januar 2019 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Technologie, Trends, Unternehmen Keine Kommentare

Es ist wie in jedem Jahr: Kaum war die Zeit für einen Jahresrückblick gekommen, richtet sich der Blick wieder fokussiert nach vorne. Weihnachten hin oder her, die großen Trends und Themen lassen sich selbst von den besinnlichen Tagen „zwischen den Jahren“ nicht aufhalten. Doch was erwartet uns eigentlich in diesem noch jungen 2019? Welche Technologien werden die Netzwerkwelt prägen, auf welche Hypes dürfen wir uns freuen – und was wird die Politik so alles für uns auf Lager haben? Man muss kein Hellseher sein, um zumindest für den LANCOM „Netzwelt-Kosmos“ ein spannendes Themen-Gemenge auszumachen.

Wi-Fi 6 kommt

In 2019 soll es endlich soweit sein: Wi-Fi 6 kommt. Mit dem neuesten WLAN-Standard IEEE 802.11ax soll die Digitalisierung und Interkonnektivität des Internet of Everything vorangetrieben werden. Im Fokus: High-Density Szenarien, in denen eine Vielzahl an WLAN Clients gleichzeitig bandbreitenhungrig ins Netz möchte.

Von uns dürfen Sie ax-fähige Access Points ab dem 3. Quartal 2019 erwarten. Bis dahin soll auch die finale Version des Standards von der WiFi-Alliance ratifiziert werden. Diese ist gerade für Business-Kunden enorm wichtig: Denn Pre-Standard-Geräte, also Geräte, die schon vor der Verabschiedung des finalen Standards auf den Markt kommen, sind in der Regel nicht standardkonform und können vielfach auch nicht per Software-Update zu echten ax-Geräten gemacht werden. Das Risiko für frühe Käufer: inkompatible Nischenprodukte, die in Unternehmensnetzen schlichtweg nichts verloren haben.

Doch die Zukunft und der Erfolg von Wi-Fi 6 in Europa dürfte eng mit zwei anderen Thema verknüpft sein. Zum einen wird Wi-Fi 6 noch nicht in der aktuell gültigen ETSI-Norm für das 5GHz-Band berücksichtigt. Ändert sich dies nicht, müsste in der EU ein „kastrierter“ Standard mit deutlich weniger Leistung eingeführt werden. Zum anderen spielt die Frequenzzuteilung für WLAN, Mobilfunk und Co. eine essenzielle Rolle bei der Zukunft der WLAN-Technik.

Mehr Frequenzen für WLAN

Damit beschäftigt uns auch in 2019 ein Thema, bei dem es in Europa leider eher Stillstand, denn Fortschritt gibt: die Frequenzsituation im WLAN. Hier geht es um nicht weniger als die Zukunft einer der weltweit am weitesten verbreiteten Funktechnologien. Denn während die Leistungsfähigkeit und Bedeutung von WLAN seit Jahren steigen, die Anzahl der WLAN-Geräte rasant wächst und schon heute deutlich mehr Internet-Traffic über Wireless LAN transportiert wird als über Mobilfunk, herrscht in Sachen „WLAN-Frequenzen“ in Europa seit fast 15 Jahren Stagnation.

Ganz anders der Mobilfunk, für den mit jedem neuen Standard neue Frequenzen allokiert werden. Auch die nächste Frequenzzuteilung steht kurz bevor: kurzfristig sollen hierzulande für 5G die nächsten Frequenzen verfügbar gemacht werden.

5G ist wichtig, gar keine Frage! Aber die Politik muss erkennen, dass nur beide Technologien gemeinsam die Digitalisierung und Digitale Transformation unseres Landes erfolgreich vorantreiben können – und dass es hierfür eben auch für WLAN von Zeit zu Zeit neues Spektrum braucht. Dass das gar nicht so schwer ist, hat jüngst die US-Regulierungsbehörde FCC vorgemacht und beschlossen, das 6 GHz-Band für WLAN zu öffnen. Bleibt jetzt noch zu hoffen, dass die zumindest in der EU angelaufene Prüfung des möglichen, neuen Spektrums schnell zu einem positiven Abschluss kommt.

Mehr Tempo für die Letzte Meile

Nicht nur in der Luft geht es weiter. Auch beim leitungsbasierten Netzausbau steht schon wieder der nächste Technologiesprung bevor. Während der Ausbau des Telekom-Netzes mit Supervectoring noch nicht einmal abgeschlossen ist – aktuell sind bereits rund 10 Millionen Anschlüsse, darunter für mehr als 900.000 gewerbliche Kunden, prinzipiell Supervectoring fähig (und ermöglichen so Bitraten von bis zu 250 MBit/s) –, steht bereits die nächste Evolutionsstufe in den Startlöchern: G.fast. Der nächste Ausbauschritt soll Datenraten von bis zu 500 Mbit/s über die bestehenden Kupferleitungen ermöglichen und ab 2020 nutzbar sein. Keine Frage, dass auch wir dann ein passendes Router-Portfolio auf den Markt bringen werden.

Wie indes der Glasfaserausbau weitergeht, bleibt – trotz weiter vereinfachter Verfahren, großzügiger Fördermittel und der ganz offensichtlichen Notwendigkeit – spannend. Fakt ist, dass Deutschland derzeit beim superschnellen Internet eher im europäischen Mittelfeld festhängt. So stand 2017 lediglich 42 Prozent der in Deutschland ansässigen Unternehmen eine Mindest-Internetgeschwindigkeit von 30 Mbit/s zur Verfügung. Dass dies dauerhaft nicht ausreicht, dürfte klar sein. Aber in der Kombination von VDSL, Vectoring, Supervectoring, G.fast, Glasfaser und dem 4G / 5G Ausbau sollte sich diese Zahl deutlich nach oben korrigieren lassen.

Cybersecurity auf EU-Ebene

Schon bald auch soll der EU Cybersecurity Act in Kraft treten. Er bringt nicht nur ein dauerhaftes Mandat für die Sicherheitsagentur ENISA – eine Art „europäisches BSI“ -, sondern vor allem erstmals einen europaweit gültigen Rahmen für Cybersicherheitszertifizierungen.

Das BSI arbeitet gleich mit zwei Projekten an der frühzeitigen Umsetzung dieses neuen Rahmenwerks. Zum einen soll es mit der „Beschleunigten Sicherheitszertifizierung (BSZ)“ fortan die Möglichkeit für Hersteller geben, Produkte im „Schnellverfahren“ auf Herz und Nieren auf ihre Sicherheit prüfen und zertifizieren zu lassen. Ein Pilotverfahren – an dem wir auch beteiligt sind – ist bereits angelaufen und soll voraussichtlich Mitte des Jahres beendet werden. Erste zertifizierte Produkte könnten möglicherweise schon Ende 2019 verfügbar sein.

Ebenfalls in den Kontext des Cybersecurity Acts fällt die Einführung eines IT-Sicherheitssiegels, das Ende 2019 kommen soll. Als Basis dient die Anfang Dezember vorgestellte BSI-Richtlinie „Sichere Breitband-Router“.

Ob darüber hinaus der vielfach gehegte Wunsch nach einem sinnvollen Mehr an Regulierung in Sachen Cybersicherheit Realität wird – ich denke hier an europaweite Sicherheits-Mindeststandards für alle IP-fähigen Geräte oder die längst überfällige Verpflichtung der Hersteller, Schwachstellen mit Updates zu schließen – steht jedoch nach wie vor in den Sternen.

LANCOM goes IoT

Analysten und Industrieexperten sind sich einig: Das Internet der Dinge, kurz IoT, wird auch in 2019 eines der großen Trendthemen in der vernetzten Welt sein.

Auch wir bei LANCOM tauchen in 2019 tiefer in diesen Kosmos ein. Mit einer Weiterentwicklung unserer ePaper- und Electronic Shelf Label-Lösung machen wir ganz neue Anwendungen in den Bereichen Retail, Sensorik, Steuerung und Alarmierung möglich.

Einen ersten Eindruck davon, wo genau die IoT-Reise für LANCOM hingehen wird, geben wir Ihnen Ende Februar auf der EuroCIS in Düsseldorf. Und weiter geht’s dann gleich Anfang April, wenn wir erstmals die Hannover Messe Industrie für eine große Leistungsschau nutzen. Sie dürfen also gespannt sein!

Viel Bewegung im LANCOM Portfolio

Nicht nur in unseren WAN- und WLAN-Portfolios spielt der Bandbreitenhunger mit G.fast, 5G und Wi-Fi 6 eine ganz entscheidende Rolle, auch in unser Switch-Portfolio kommt Bewegung. Freuen Sie sich auf die ersten Multi-Gigabit-Switches von LANCOM, die 2019 das Licht der Welt erblicken. Hinzu kommen Geräte mit Layer 3-Funktion.

Unser virtueller VPN Router – der LANCOM vRouter – wird noch einmal einen großen Leistungssprung hinlegen, und wir werden die Unterstützung für Azure und Hyper-V weiter forcieren. Darüber hinaus soll der vRouter im Laufe des Jahres auch in eine Central Site Appliance integriert werden – damit kann der virtuelle Router dann noch flexibler eingesetzt werden und die sichere Nutzung von Cloud-Diensten wie AWS & Co. weiter vorantreiben.

Richtig spannend wird es in unserem noch jungen Produktbereich Security. Hier werden wir im Laufe des Jahres sukzessive weitere Lösungen sehen, die wir im engen Zusammenspiel mit den Security-Experten unseres Schwesterunternehmens, der Rohde & Schwarz Cybersecurity, entwickeln – natürlich auch mit dem Zukunftsthema schlechthin fest im Blick: Software-defined Security.

Das bringt uns zum letzten, hochspannenden Portfolio-Thema für das neue Jahr: Die Weiterentwicklung der LANCOM Management Cloud. Alle paar Wochen werten wir unsere Cloud mit neuen Funktionen weiter auf. In einer agilen Welt spricht man von sogenannten Sprints, die peu à peu die Mächtigkeit unserer Lösung weiter erhöhen und sie noch viel stärker zur hyperintegrierten Schaltzentrale für anspruchsvolle, agile Netze machen. Mit allem, was dazu gehört: SD-WAN, SD-LAN, SD-WLAN und selbstverständlich SD-Security. Übrigens: Über den aktuellen Stand der LMC-Entwicklung und brandneue Features können Sie sich auf unserer Webseite informieren.

Sie sehen: Die LANCOM Roadmap ist vollgepackt mit neuen, innovativen Themen. Wir freuen uns, wenn Sie gemeinsam mit uns am Ball bleiben. Und wenn dann noch die Politik mitspielt, kann 2019 ein großartiges Netzwerkjahr werden.

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