Netzwerkmanagement: Ab in die Cloud!

Veröffentlicht am: 7. April 2016 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Technologie, Trends, Unternehmen Keine Kommentare

blog_post_cloud_laptop_1024x683Cloud-Dienste sind hoch spannend. Als klassischen Cloud-Dienst kennen wir vor allem das Speichern von Daten in der Cloud. Dropbox ist hier das vermutlich prominenteste Beispiel. Im Privaten sind Cloud-Anwendungen kaum noch wegzudenken: Video-Streaming, Bilder- und Dokumentenaustausch, E-Mail und vieles mehr befinden sich heutzutage in der „Wolke“. Doch auch für Unternehmen steckt im Cloud Computing enormes Potential.

Für uns als Netzwerker besonders spannend ist das Konzept der Management Cloud. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial: Betrieb und Installation von Geräten – in unserem Fall Netzwerkkomponenten – werden durch die Nutzung von Cloud-Diensten vereinfacht. Selbst vielschichtige Netzwerke lassen sich effizient und mit minimalem Aufwand problemlos über mobile Endgeräte, z.B. Tablets oder Smartphones verwalten. Vormals notwendige Tools für Konfiguration, Management und Monitoring entfallen und gehen in einer zentralen, ortsunabhängigen Cloud-Plattform auf.

Ganze Drahtlosnetzwerke und Standortvernetzungen lassen sich so einfach und schnell in Betrieb nehmen, erweitern und überwachen, ohne dass IT-Fachpersonal vor Ort sein muss. Die Konfiguration und das Management laufen direkt über die Cloud. Komplexe Softwareanwendungen werden durch benutzerfreundliche und kostengünstige Cloud-Dienste abgelöst. Komponenten können mit minimalem Aufwand ausgetauscht werden. Kleine und mittelständische Unternehmen profitieren vor allem von teils immensen Kosteneinsparungen – aber auch von einem enormen Leistungssprung bei Management- und Monitoring-Funktionen, die früher eher Großunternehmen vorbehalten waren. Für große Unternehmen mit einer Vielzahl kleiner, verteilter Standorte spricht aber auch der enorme Effizienzgewinn, den eine Management Cloud mit sich bringt.

Kein Wunder, dass Cloud-basiertes Netzwerkmanagement bei den Kunden auf großes Interesse stößt.

Hemmnis Datenschutz

Doch den wirtschaftlichen Vorteilen stehen häufig Bedenken gegenüber, die speziell bei uns in Deutschland stark ausgeprägt sind. Was bedeutet es, wenn unsere Netzwerke aus der Cloud gemanagt werden? Welchen Einfluss hat der Standort der Management Cloud, welchem Recht unterliegt mein Cloud-Anbieter? Wer kann auf die hochsensiblen Daten in meinem Netz zugreifen?

Fakt ist, die deutschen Unternehmen sind durchaus offen für Cloud-Dienste, das belegen auch diverse Studien. Aber: Sicherheitsbedenken wiegen offenbar schwer. So gaben 68,1 Prozent der Teilnehmer der Cloud-Readiness Studie 2015 an, dass die Cloud aufgrund von Sicherheitsbedenken noch nicht in das Unternehmen eingeführt wurde. Dicht dahinter folgen übrigens „ungeklärte Rechtsfragen“ (40,9 Prozent) und „Datenschutzgründe“ (38,7 Prozent) als Ausschlusskriterien. Aber ganz ehrlich, wen wundert es?

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat diese Bedenken bezogen auf Datensicherheit und Datenschutz mit seinem Safe-Habor-Urteil von Oktober 2015 zusätzlich bekräftigt. Dass in den USA keine vergleichbaren Datenschutzbedingungen wie in Europa vorherrschen, war nichts Neues. Der EuGH hat dies nur noch einmal in aller Deutlichkeit und hoch offiziell bestätigt.

Für Cloud-Dienste hat das EuGH-Urteil besonders dramatische Folgen. Vielfach werden heute hochsensible Daten europäischer Bürger auf Basis des einstigen Safe-Harbor-Abkommens bei Cloud-Dienstleistern gespeichert oder verarbeitet, die US-amerikanischem Recht unterliegen. Mit dem EU-US-Privacy-Shield steht zwar schon eine neue Vereinbarung in den Startlöchern, von Datenschützern wird diese allerdings ebenfalls extrem kritisch beäugt.

Wer den Schlüssel hat…

Was dies für Netze bedeutet, die aus der Cloud gemanagt werden, mag rechtlich unklar sein. Technisch ist das durchaus brisant.

Bei Netzwerken aus der Cloud liegen neben den Konfigurationsdaten der Router, Access Points und Switche auch die hochsensiblen Netzwerkschlüssel auf den Servern des Cloud-Dienstleisters. Haben nun ausländische Behörden oder Geheimdienste aufgrund der rechtlichen Situation Zugriff auf diese Server – und damit die Schlüssel –, könnte im schlimmsten Fall der gesamte Netzwerkverkehr der Kundenunternehmen in Echtzeit mitgelesen werden. Selbst hochkritische VPN-Verbindungen ließen sich in diesem Fall ohne jeglichen Aufwand entschlüsseln.

Gerade für den hochspezialisierten deutschen Mittelstand mit seinen Tausenden Hidden Champions wäre das fatal. Er hätte keine Chance mehr, ein unerlaubtes Eindringen in seine Netze zu verhindern.

Oder stellen Sie sich einen Supermarkt vor, der seinen elektronischen Zahlungsverkehr über ein solches Netz abwickelt. Oder eine große Klinik-Kette, deren sensible Patientendaten auf diesem Weg für ausländische Dienste per Knopfdruck zugänglich wären.

Die Alternative: Cloud-Dienste nach deutschem Recht

blog_post_cloud_devices_1024x683.Der Cloud-Monitor 2015 belegt eindrucksvoll, dass sich deutsche Unternehmen gerade mit der sich daraus ergebenden Frage des Server-Standorts und anwendbaren Rechts bewusst auseinandersetzen.

Für 83 Prozent der Teilnehmer ist Grundvoraussetzung zur Cloud-Nutzung, dass der Cloud-Anbieter seine Rechenzentren ausschließlich in Deutschland betreibt. Für 80 Prozent der Befragten ist es sogar ein Muss, dass der Dienstleister seinen Hauptsitz in Deutschland hat.

Der Bund ist in diesem Punkt übrigens schon weiter. Der Rat der IT-Beauftragten der Bundesregierung hat im Sommer 2015 einen Kriterienkatalog für die Nutzung von Cloud-Diensten durch die Bundesverwaltung veröffentlicht. Ein Kernelement: Werden Cloud-Dienste in Anspruch genommen, dürfen schützenswerte Informationen ausschließlich in Deutschland verarbeitet werden.

All dies zeigt deutlich, dass der Bedarf nach deutschen und europäischen Cloud-Angeboten groß ist. Lassen sich die wirtschaftlichen Vorteile der Cloud mit unseren hohen Anforderungen an Datenschutz, Privatsphäre und IT-Sicherheit verbinden, dürften die Ergebnisse der nächsten Cloud-Studien schon ganz anders aussehen.

Der LANCOM Weg: Management Cloud „Made und Hosted in Germany“

Auch wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Management unserer Geräte über die Cloud zu ermöglichen. Die Vorteile für unsere Kunden sind einfach so groß, dass wir zukünftig diesen Weg als Alternative anbieten werden.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die LANCOM Management Cloud (LMC) vergangenen Monat auf der CeBIT in Hannover. Kunden und Partner konnten live erleben, wie sich das Netzwerkmanagement von morgen anfühlt, welche ganz neuen Möglichkeiten es eröffnet.

Neben den funktionellen Aspekten stand ein Thema ganz deutlich mit im Vordergrund: die Datensicherheit. Auch hier konnten wir punkten. Denn auch bei der Cloud bleiben wir unserem Anspruch an höchste Sicherheit treu. Die LANCOM Management Cloud ist „Made und Hosted in Germany“. Das Server-Hosting der Public Cloud-Version erfolgt in Deutschland, es werden keinerlei Daten im Ausland verarbeitet oder gespeichert. Damit unterliegen auch die kritischen Konfigurations- und Verschlüsselungsinformationen dem deutschen Recht und sind sicher geschützt vor dem Zugriff Dritter. Damit liegen wir voll und ganz auf der Linie der Kundenwünsche, wie der oben zitierte Cloud-Monitor 2015 deutlich zeigt.

Außerdem wird es für große Kunden die Möglichkeit geben, unsere Cloud-Lösung als Private Cloud im eigenen Rechenzentrum zu betreiben. Mehr Datensicherheit geht nicht.

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind: Ein Preview zur LANCOM Management Cloud finden Sie auf unserer Webseite. Die Markteinführung haben wir für diesen Herbst geplant. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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