Mobilfunk: 3G geht und Unternehmen müssen handeln

Veröffentlicht am: 14. August 2019 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Technologie Keine Kommentare

Das war´s! Ende, aus, vorbei. Nach rund 15 Jahren soll das 3G/UMTS-Mobilfunknetz in Deutschland abgeschaltet werden. Damit folgt man dem Beispiel europäischer Nachbarländer wie den Niederlanden oder der Schweiz. Dort haben die Netzbetreiber schon konkrete Termine für die 3G-Abschaltung festgelegt. Bis spätestens 2021 wollen alle großen Mobilfunkanbieter in Deutschland ihre UMTS-Frequenzen freigeben. Doch was bedeutet es für Privatanwender und Unternehmen, wenn das UMTS-Netz von der Bildfläche verschwindet?

3G-Abschaltung notwendig

Eines vorweg: Die Abschaltung des 3G-Netzes ist ein ziemlich smarter Schritt! Die derzeit von 3G belegten Frequenzen werden nämlich dringend für den Ausbau der 4G- und 5G-Netze benötigt. Will Deutschland im Rennen um die beste digitale Infrastruktur nicht abgehängt werden, ist dieser Schritt der großen Netzbetreiber nur konsequent. Allerdings wird die Abschaltung Spuren hinterlassen, denn UMTS ist nach wie vor erstaunlich weit verbreitet.

2G ist keine Alternative

Für Privatleute, die Tarife mit 3G-Netz nutzen, bedeutet die Abschaltung von UMTS, dass sie auf das deutlich weniger leistungsfähige 2G-Netz „zurückfallen“. Die mobile Internetnutzung – die zugegebenermaßen auch bei 3G nicht immer ein berauschendes Erlebnis ist – wäre dann nicht mehr möglich. Die Konsequenz: Betroffene müssen sich nach einem neuen 4G- oder 5G-Tarif umsehen und hier vermutlich deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Dass davon gar nicht mal wenige Nutzer betroffen sind, zeigt eine aktuelle Statistik der Bundesnetzagentur: Ende 2018 haben „nur“ rund 47 Prozent der aktiven SIM-Karten in Deutschland den 4G-Mobilfunkstandard, also LTE, unterstützt. Die Mehrheit der Mobilfunknutzer ist somit immer noch ausschließlich mit den älteren Standards unterwegs.

Das ist aber kein reines „Tarif-Problem“. Trotz schneller Innovationszyklen bei den Smartphones nutzen nämlich noch erstaunlich viele Privatleute Handys, die kein LTE und schon gar nicht das kommende 5G unterstützen. Wer zu dieser Gruppe zählt und künftig weiter über Mobilfunk im Netz surfen möchte, wird also schon bald in ein neues Smartphone investieren müssen.

Auch LTE-fähige Geräte betroffen

Übrigens sind von der 3G-Abschaltung nicht nur die „reinen“ UMTS-Nutzer betroffen. Auch wenn Sie mit LTE-fähigen Smartphones oder Routern unterwegs sind, könnte es durchaus sein, dass Sie in Zukunft mit dem Wegfall von UMTS in manchen Gebieten zumindest kurzzeitig gar keinen Internetzugang mehr haben. Denn ist kein LTE verfügbar, wird man aktuell in das weniger leistungsstarke UMTS-Netz umgeleitet. Fällt dies auch weg, bleibt nur noch 2G übrig. Laut einer Studie von Opensignal bietet selbst die Telekom als größter Netzbetreiber in Deutschland derzeit „nur“ eine 4G-Verfügbarkeit von etwas mehr als 85 Prozent. Von einer wirklich flächendeckenden Versorgung sind wir damit noch ein gutes Stück entfernt. Das bedeutet wiederum für die Netzbetreiber, dass sie beim 4G/LTE- und auch 5G-Ausbau richtig Gas geben müssen, um zeitnah alle weißen Flecken auf der Landkarte zuschließen.

Unternehmen: 3G fällt als Fallback-Szenario weg

Auch einige Unternehmen werden sich mit der 3G-Abschaltung intensiv auseinandersetzen müssen. Stichwort: Hochverfügbare Standortvernetzung mit Mobilfunk-Backup. Ein solches Fallback-Szenario wird über ein im Router vor Ort integriertes Mobilfunk-Modem und eine entsprechende SIM-Karte gelöst. Wer hier noch mit 3G-Technologie unterwegs ist, sollte sich beeilen.

Insbesondere für den Handel ist es überlebenswichtig, ständig online zu sein. Wenn die EC-Kartenzahlung oder der Abgleich mit dem Warenwirtschaftssystem nicht ausfallsicher funktioniert, kann schnell Frust aufkommen – sowohl beim Filialisten als auch beim Kunden. Den wirtschaftlichen Schaden gibt es dann noch „on top“. Doch es gibt auch viele andere, die beim Thema Internet-Backup-Verbindung noch auf 3G setzen.

Hier gilt es nun, die Technik auf den Prüfstand zu stellen: Unterstützt der Router vielleicht auch 4G? Oder handelt es sich um ein recht altes Modell, das jahrelang treu seinen Dienst geleistet hat – und jetzt ganz plötzlich an seine Grenzen stößt? Dass es solche Fälle gibt, wissen wir aus der täglichen Praxis.

Je früher ein solcher Check durchgeführt wird, umso besser. So lassen sich dann auch böse Überraschungen weitgehend ausschließen. Auf jeden Fall sollte der eventuell notwendige Router-Tausch nicht auf die lange Bank geschoben werden!

LANCOM bietet übrigens gleich eine ganze Auswahl an VoIP- und VPN-Routern, die über ein LTE-Modem verfügen und so höchste Ausfall- und Zukunftssicherheit gewährleisten. Ein Besuch auf unserer Webseite lohnt sich also allemal. Und auch 5G haben wir bereits fest im Blick. Produkte, die auch den neuen Mobilfunkstandard unterstützen werden, sind bereits in Planung und werden vermutlich ab 2020 erhältlich sein – das ist natürlich auch davon abhängig, wie weit der 5G-Ausbau dann bereits fortgeschritten ist.

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