Mittelstandsdigitalisierung: Starthilfe vom Staat

Veröffentlicht am: 17. Mai 2021 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Trends Keine Kommentare

Spätestens die Corona-Pandemie hat schonungslos offengelegt, welch ein elementares Zukunftsthema Digitalisierung gerade auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist. Angefangen bei der Digitalisierung bestehender Prozesse und der Verlagerung vieler Tätigkeiten ins Homeoffice bis hin zur Schaffung völlig neuer digitaler Geschäftsmodelle. Die Potenziale digitaler Entwicklung und Transformation sind enorm.

Von dieser Bedeutung weiß auch der Staat – und hat bereits vor einigen Jahren erste Förderprogramme speziell für KMU gestartet. Sie sollen einerseits finanziell unterstützen, andererseits aber auch die so wichtige Beratung durch Digitalisierungs- und IT-Sicherheitsexperten ermöglichen. Und: ein Mehr an IT-Sicherheit ermöglichen.

Digitalisierung wichtiger denn je

Damit dürfte das federführende Bundeswirtschaftsministerium auf offene Ohren stoßen. Wie eine neue Studie des Branchenverbands Bitkom bestätigt, stehen 86 Prozent der Unternehmensverantwortlichen der Digitalisierung aufgeschlossen gegenüber. Ein deutlicher Anstieg gegenüber früheren Erhebungen: 2017 lag der Anteil gerade einmal bei 63 Prozent.

Trotzdem ist die ganz große Digitalisierungswelle im Mittelstand bislang ausgeblieben, wie eine Erhebung der europaweit tätigen Agentur-Plattform Sortlist zeigt: Zwar gaben 47 % der befragten Geschäftsinhaber in Deutschland an, dass die Digitalisierung in ihren Unternehmen seit dem ersten Lockdown an Fahrt aufgenommen habe. Laut 28 % war jedoch genau das Gegenteil der Fall.

Die Gründe sind sicher vielschichtig, doch lassen sich durch die Förderprogramme wenigstens einige finanzielle Hürden überwinden, und die nötigen Kompetenzen können aufgebaut werden.

Bund fördert Beratung & Investitionen

„Go Digital“ und „Digital Jetzt“ heißen die Förderprogramme, mit denen der Bund dem Mittelstand Starthilfe bei der Digitalisierung geben möchte.

Go Digital zielt darauf ab, Unternehmen den Einkauf von Beratungsleistungen in den Bereichen „Digitalisierte Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“ zu ermöglichen, „um mit den technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Online-Handel, Digitalisierung des Geschäftsalltags und dem steigenden Sicherheitsbedarf bei der digitalen Vernetzung Schritt zu halten“. Um die Unternehmen hinsichtlich der Bürokratie zu entlasten, wird die Antragsstellung und weitere Abwicklung komplett von festgelegten Beratungsunternehmen übernommen. Auch bei der Einführung von Homeoffice-Lösungen unterstützt das Programm.

Das Ziel sind KMU mit weniger als 100 Mitarbeiter:innen und einem Vorjahresumsatz- bzw. einer Vorjahresbilanzsumme von höchstens 20 Millionen Euro. Allerdings gilt es, schnell zu sein: Die go-digital-Richtlinie läuft planmäßig zum 31. Dezember 2021 aus (Korrektur vom 25. Mai). 

50 Prozent Förderquote

Das Förderprogramm „Digital jetzt“ läuft dagegen noch bis Ende 2023. Anders als bei Go Digital steht nicht die Beratung im Fokus, sondern die Investitionsförderung. Zwei Module gibt es – „Investition in digitale Technologien“ und „Investition in die Qualifizierung der Mitarbeitenden“ –, die sich kombinieren lassen.

Doch nicht jeder erhält einen Digital-Boost: Jeweils zum 15. eines Monats werden die monatlichen Förderkontingente vergeben – per Losverfahren. Offen steht das Programm Unternehmen mit maximal 500 Mitarbeitenden, die jedoch die Fördernotwendigkeit ihrer digitalen Strukturen nachweisen wissen. Die Förderquote bei beiden Maßnahmen liegt bei etwa 50 Prozent.

Auf Nummer sicher gehen

Für all diejenigen, die „Go Digital“ in der kurzen verbleibenden Zeit nicht mehr schaffen und Digitalisierungsprojekte nicht vom Losglück bei „Digital Jetzt“ abhängig machen möchten, haben wir nun ergänzend ein eigenes Förderprogramm für die Mittelstandsdigitalisierung entwickelt: den LANCOM „Digital-Turbo“ .

Gefördert werden Digitalisierungsprojekte auf Basis unseres gesamten Netzwerk- und Security-Portfolios, im Kern stehen ein Beratungsgespräch und Sonderkonditionen bei der Hardware-Beschaffung.

Wir freuen uns, wenn dieses Angebot auf reges Interesse stößt. Im besten Fall lässt es sich mit „Digital Jetzt“ kombinieren und ermöglicht kleinen und mittleren Unternehmen einen sehr günstigen Einstieg in die Digitalisierung.

Wobei wir und unsere Partner abseits des Finanziellen natürlich auch gerne unterstützen, sind Fragen der IT-Sicherheit und des Datenschutzes. Denn eines ist klar: Digitalisierung und digitale Transformation können nur gelingen, wenn geschäftskritische Prozesse optimal abgesichert und sensible Daten effektiv geschützt werden. Und wenn das Recht von Mitarbeitenden und Kunden auf informationelle Selbstbestimmung gewahrt wird.

Lassen Sie uns das gemeinsam angehen!

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