Made in Germany: Deutschland ganz oben

Veröffentlicht am: 25. April 2017 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Unternehmen Keine Kommentare

Das dürfte ein zufriedenes Lächeln auf die Gesichter zahlreicher deutscher Unternehmer gezaubert haben: „Made in Germany“ ist weltweit das beliebteste Qualitätssiegel. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Made-in-Country-Index (MICI) von Statista. Befragt wurden 43.000 Verbraucher in 52 Ländern. Die USA folgen abgeschlagen auf Platz acht. Mit Japan hat es nur ein asiatisches Land unter die Top 20 geschafft.

Standort Deutschland als Erfolgsfaktor

Klar, für diesen Erfolg dürften in erster Linie die deutschen Maschinenbauer verantwortlich sein. Schließlich gibt es kaum ein Land, das in diesem Sektor über so viele „Hidden Champions“ wie Deutschland verfügt.

Unser Ruf als Export-Nation kommt also nicht von ungefähr, und es dürfte sich nicht nur US-Präsident Donald Trump über die starken Export-Zahlen Deutschlands ärgern. Gerade der deutsche Mittelstand ist beim Export stark und viele Mittelständler betreiben ihre Fertigung und Produktion zu großen Teilen noch in Deutschland. Zwar könnte man Produktion und Fertigung in vielen Betrieben problemlos ins Ausland verlagern und von geringeren Kosten profitieren. Allerdings, und das ist bis heute unbestreitbar, sind die Qualitätsstandards außerhalb der EU in fast allen Ländern – USA, Kanada, Großbritannien und Japan ausgenommen – deutlich niedriger. Solange der Kunde das Label „Made in Germany“ zu schätzen weiß, sollte deutschen Unternehmen die Entscheidung für den Produktions- und Fertigungsstandort Deutschland leichtfallen. Auch in Zeiten von Globalisierung und voranschreitender Vernetzung wird sich daran so schnell nichts ändern – zumindest solange, wie wir unsere hohen Qualitätsstandards halten können.

Technologischer Fortschritt wird immer wichtiger

Spannend wird es, wenn wir uns die Kategorien für die Bewertung des MICI etwas genauer ansehen. Laut Statista punktet Deutschland vor allem bei „Qualität“ und „Sicherheitsstandards“. Auch die IT-Industrie hierzulande steht für Qualität und Sicherheit. Nehmen wir einmal das Qualitätssiegel „IT-Security made in Germany“. Der Erhalt des Siegels ist an ganz strikte Voraussetzungen gebunden, unter anderem muss die Forschung und Entwicklung in Deutschland stattfinden und auch der Unternehmenshauptsitz muss hier sein. Wir tragen das Siegel bereits seit 2013. Neben der Forschung und Entwicklung findet auch die Fertigung unserer Produkte in Deutschland statt. Damit setzen wir bei Soft- und Hardware auf höchste Qualitätsstandards. Das spiegelt sich auch in unseren Kundenzufriedenheits-Umfragen wider, in denen wir regelmäßig Bestnoten für Qualität, Stabilität und Sicherheit erhalten.

Doch der erste Platz im MICI sollte kein Grund sein, um sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Gerade die Kategorie „fortschrittliche Technik“, in der Japan führend ist, wird mit Blick auf die voranschreitende Digitalisierung immer wichtiger für Industriestaaten. Die Digitalisierung in Verbindung mit fortschrittlichen und innovativen Techniken sind für das Label „Made in Germany“ in zweierlei Hinsicht von Bedeutung: Erstens lässt sich der hohe Qualitätsstandard der Industrieprodukte „Made in Germany“ nur mit neuen Innovationen in der Produktionstechnologie halten – Schlagwort Industrie 4.0. Diese neuen Techniken sind abhängig von vernetzten und digitalisierten Fertigungsprozessen. Ein hohes Digitalisierungsniveau ist für unsere Industrie daher überlebenswichtig. Zweitens brauchen wir eigene deutsche und europäische IT-Lösungen, die zuverlässig und vertrauenswürdig sind. Nur so können wir sensible Daten, wie Produktionsdaten, schützen und vollumfänglich von der Digitalisierung der Industrie profitieren. Beides sichert der deutschen Industrie am Ende des Tages ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Bei Punkt zwei sehe ich noch viel Nachholbedarf, denn deutsche Technologien spielen bei der Digitalisierung lange nicht die Rolle, die wir uns wünschen. Den Ton geben hier immer noch die großen ausländischen Konzerne an. Wie wichtig für die deutsche Wirtschaft jedoch vertrauenswürdige Gegenentwürfe sind, macht unsere Studie „Digitale Souveränität – Einschätzung in der deutschen Wirtschaft und Verwaltung“ (PDF) deutlich. Dort hatten über 87 Prozent der Befragten den Wunsch nach mehr technologischen Alternativen in Kernbereichen geäußert.

Schlüsseltechnologien sollen helfen

Auch die Bundesregierung hat erkannt, wie wichtig es ist, beim Thema Innovationen aufzuholen. So will das Kabinett Merkel Deutschland bei den gegenwärtigen Schlüsseltechnologien, zum Beispiel in den Bereichen Nanotechnologie, intelligente Mobilität oder IT-Sicherheit, zum weltweit führenden Wirtschaftsstandort machen. Die Digitalisierung unserer Wirtschaft soll zum Beispiel mit dem Technologieprogramm „Autonomik für die Industrie 4.0“, das die vernetzte intelligente Produktion als Schwerpunkt behandelt, vorangetrieben werden. Übergeordnetes Ziel der Bundesregierung ist es, nicht nur unsere Wirtschaftskraft zu festigen, sondern auch nachhaltig unsere Digitale Souveränität zu stärken. Beides kommt auch dem Qualitätssiegel „Made in Germany“ zugute.

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