IT-Admins für die Schulen: Politik stockt Digitalpakt-Förderung weiter auf

Veröffentlicht am: 5. November 2020 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Engagement Keine Kommentare

Schon auf dem Bildungsgipfel im September war es ein großes Thema, jetzt liegt auch die passende Bund-Länder-Vereinbarung auf dem Tisch: Der DigitalPakt Schule wird um weitere 500 Mio. Euro aufgestockt, um die Schulen bei den Kosten für IT-Administratoren zu unterstützen. Insgesamt hat das Digitalisierungsprojekt jetzt ein Volumen von sieben Milliarden Euro – rund 1,5 Milliarden Euro mehr als zu Beginn.

Die zusätzliche Finanzspritze kommt gerade noch rechtzeitig. Nicht zuletzt wegen der Abertausenden Tablets, Laptops und neuen Software und Portallösungen, die in den letzten Wochen als „Corona-Soforthilfe“ von den Schulen angeschafft wurden, um Lehrkräfte und Schüler auszustatten und, für den Fall der Fälle, eine erfolgreichere Rückkehr zum HomeSchooling zu ermöglichen. Auch diese Geräte und Lösungen müssen eingerichtet und gewartet werden – nicht zuletzt, um den nötigen Schutz der dort verarbeiteten, hochsensiblen Daten zu gewährleisten.

IT-Administration weiterdenken

Keine Frage, die 500 Mio. Euro sind ein wichtiges Signal, dass die Schulen bei dieser fundamentalen Aufgabe nicht alleine gelassen werden. Allerdings wäre es ratsam, die Förderung flexibel auszulegen. Längst nicht jedem Träger wird es gelingen, einen der heiß begehrten IT-Administratoren als „Digitalen Hausmeister“ zu verpflichten – der Fachkräftemangel ist schlicht zu groß und die Bezahlung kann im Zweifel nicht mit den Gehältern in der freien Wirtschaft mithalten.

Sinnvoll wäre es, wenn die Gelder auch für externe Ansätze zur IT- und Netzwerk-Administration genutzt werden könnten – einschließlich der Unterstützung von Systemhäusern oder spezieller Lösungen, die die hochautomatisierte Verwaltung aus der Cloud heraus ermöglichen. Denn nicht nur Laptops und Tablets brauchen Pflege. Vor allem die Schul-WLANs, die in ihrer Komplexität professionellen Netzen in der Wirtschaft in nichts nachstehen, verlangen Administratoren profunde Fachkenntnisse ab.

Datenschutz beachten

Bei einer Auslagerung an externe Dienstleister oder in die Cloud muss aber eines ganz besonders beachtet werden: der Datenschutz, der in der Schule angesichts hochsensibler personenbezogener Daten von Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonal von besonders herausragender Bedeutung ist. Denn Schule muss auch im Digitalen ein geschützter Raum bleiben, in dem das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung kompromisslos geschützt wird. Damit dies durchgängig gelingt, bräuchte es aber konkreter datenschutzrechtlicher „Orientierungshilfen“ für die Auswahl geeigneter Dienstleister und Lösungen, im besten Fall länderübergreifend erarbeitet durch die Datenschutzkonferenz.

Anfang 2021 Jahr will der Bildungsgipfel im Kanzleramt erneut tagen. Dann wird sich zeigen, ob die jetzt beschlossenen Zusatzgelder in Anspruch genommen werden und den Bedarf der Schulen und Träger tatsächlich treffen. Zudem würden wir uns wünschen, dass der schulische Datenschutz – endlich – ganz oben auf der Agenda stünde und als das wahrgenommen würde, was er ist: Chance, statt Bremse.

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