Homeoffice als Chance: Aus der Ausnahmesituation lernen

Veröffentlicht am: 25. März 2020 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Engagement, Unternehmen Keine Kommentare

#HomeOfficeChallenge ist gerade einer der meistgenutzten Hashtags in den Sozialen Medien. Er zeigt deutlich, was in vielen Unternehmen derzeit Realität ist: Nicht nur Arbeitnehmer kämpfen mit der Herausforderung „Homeoffice“. Auch Arbeitgeber müssen ihre Hausaufgaben machen, denn unter dem Gebot des „Social Distancing“ ist das Arbeiten von zu Hause nicht nur ein Sprung ins eiskalte Wasser. Für viele Unternehmen ist es binnen kürzester Zeit zur Überlebensfrage geworden. Dass dabei nicht jeder auf Vorerfahrungen zurückgreifen kann, zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom.

Der zufolge arbeitet mittlerweile jeder Zweite (49 Prozent) ganz oder zumindest teilweise im Homeoffice. Für viele Berufstätige ist das allerdings Neuland, in ihren Jobs oder Unternehmen war die Arbeit von zu Hause vorher keine Option.

Auch LANCOM ist im Homeoffice

Und das ist auch bei uns nicht anders. Der Großteil unserer rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet derzeit von zu Hause, innerhalb von nur rund zwei Wochen haben wir fast alle Unternehmensbereiche „remote-fähig“ gemacht. Auch ich schreibe diesen Beitrag von meinem heimischen Schreibtisch.

Allerdings muss ich zugeben: Ganz so kalt war das Wasser, in das wir gesprungen sind, nicht. In vielen Bereichen bei LANCOM ist das mobile Arbeiten schon seit Jahren gelebte Praxis. So ist beispielsweise die Arbeit in unseren Vertrieben ohne mobiles – und dennoch sicher vernetztes – Arbeiten schlicht nicht denkbar. Doch auch in vielen anderen Abteilungen zählt die Arbeit von daheim zum Alltag. Nicht zuletzt, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Selbst das Führen verteilter Teams aus dem Homeoffice, was für viele wahrscheinlich ein echter „Kulturschock“ ist, hat sich bei uns bewährt. 

Trotzdem gibt es auch bei LANCOM Bereiche (zum Beispiel in der Entwicklung und im Support), in denen Arbeitsprozesse im Schnellverfahren für die Heimarbeit angepasst werden und die technischen Voraussetzungen erst geschaffen werden mussten. Das ist für uns alle sicher ungewohnt, klappt aber erstaunlich gut. Danke dafür auch noch einmal an unsere IT-Abteilung, die rund um die Uhr gearbeitet hat, um das zu ermöglichen!

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, welche Chancen dabei in der Digitalisierung stecken: Eine Situation, wie wir sie zurzeit erleben, hätte vor 20 Jahren das Ende für zahlreiche Unternehmen bedeutet, die heute weiterarbeiten können. Es wäre für sie damals undenkbar und technisch auch kaum möglich gewesen, einfach einen Großteil ihrer Belegschaft ins Homeoffice zu schicken – und dabei ihre Produktivität und ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Gute Startbedingungen

Anders als viele andere hatten wir, zugegeben, sicherlich in mancherlei Hinsicht die besseren Startbedingungen. Die technischen Tools und das nötige Knowhow für eine schnelle und sichere Anbindung all der neuen Heimarbeitsplätze standen uns dank unserer eigenen VPN-Lösungen sofort und ohne Beratungsaufwand zur Verfügung. Und da, wo Engpässe bei der Internet-Anbindung drohten, haben wir Zusatzleitungen geschaltet und die Bandbreite massiv erhöht. Unsere Provider haben da glücklicherweise schnell reagiert.

Da nicht nur für uns jeder Tag zählt, haben wir in enger Abstimmung mit unseren Partnern und Distributoren auch die Bezugsprozesse vor allem für unsere VPN Client-Lizenzen und Router-Upgrades optimiert und vollständig digitalisiert. Damit wird es für unsere Kunden viel einfacher, ihre zunehmend weitverteilten Mitarbeiter schnell und sicher per VPN ans Firmennetz anzubinden. In den meisten Fällen steht die nötige Software oder Lizenz noch am selben Werktag zur Verfügung. Auch Router und Gateway sind kurzfristig lieferbar und profitieren von den kurzen Lieferwegen von unseren Fertigungsstätten in Deutschland.

Homeoffice darf kein Tabuthema sein

Wer die Krise als Chance begreift, dürfte in den meisten Fällen schnell zu der Erkenntnis kommen, dass Homeoffice kein Tabuthema mehr sein sollte. Statt endloser Debatten über Pro und Contra von Heimarbeit zu führen, zwingt die aktuelle Situation viele Arbeitgeber, dem Homeoffice erstmals überhaupt eine Chance zu geben.

Natürlich wird es immer Bereich geben, in denen es für „Telearbeit“ natürliche Grenzen gibt. Ich denke hier an Ärzte, Pflegepersonal, Bäcker, Verkäufer oder Postboten, die allesamt vor Ort Dienst am Menschen leisten. Oder an Produktionsbetriebe, die ganze Fabriken stilllegen mussten, um ihre Belegschaft und die Gesellschaft zu schützen. Aber gerade im Bildungssektor oder in der Verwaltung wird mit voller Vehemenz deutlich, dass für Extremfälle sowohl die Pläne als auch die technische Ausstattung fehlen.

Mit dem jetzigen Wissen wird es nötig sein, diese fest im betrieblichen Kontinuitätsmanagement zu verankern. Die Fähigkeit, den Geschäfts- oder Verwaltungsbetrieb auch dann aufrechtzuerhalten, wenn die Belegschaft nicht mehr physisch zur Arbeit kommen kann, wird Auswirkungen auf vorhandene „Business Continuity Management“-Strategien und Plänen haben müssen. Eine funktionsfähige Homeoffice-Infrastruktur wird zur zentralen Komponente.     

Langfristig von der Ausnahme lernen

Wir alle befinden uns momentan in einer Ausnahmesituation, aus der wir das Beste machen müssen – ungeachtet der immensen wirtschaftlichen Risiken, die mit ihr einhergehen. Binnen kürzester Zeit haben wir bei LANCOM wichtige neue Erkenntnisse für unser Kontinuitätsmanagement gewonnen, die uns bei künftigen Krisen helfen können. Und ich bin sicher, dass es vielen anderen Unternehmen ähnlich geht. Und ganz besonders denen, die sich nun zum ersten Mal mit mobilen Arbeitsplätzen beschäftigen (müssen).

Das Wichtigste ist aber: Ich hoffe, dass Sie, Ihre Familie, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freunde und Bekannte – und natürlich auch die zahllosen Freiberufler, Künstler, Gastronomen, Unternehmen – gut durch die schwierige Zeit kommen. Bleiben Sie bitte gesund.

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