Die Zukunft gehört Software-defined Networking

Veröffentlicht am: 18. Oktober 2016 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Technologie, Trends Keine Kommentare

blog_post_sdnWer die Entwicklung der LANCOM enger verfolgt, der weiß, dass wir uns seit 2014 intensiv damit beschäftigen, wie die Netze der Zukunft aussehen könnten. Dieses Bemühen hat einen konkreten Hintergrund: mit der zunehmenden Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung werden die Anforderungen an Netzwerkinfrastrukturen immer komplexer. Schon heute gilt es, permanent neue Anwendungen, Geräte und User ins Netz zu bringen und zu verwalten und die Netze fortlaufend an neue Anforderungen wie Bring-your-own-Device (BYOD) oder das Internet-of-Things (IoT) anzupassen. Hinzu kommt, dass sich Administratoren steigenden Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit ihrer Netze ausgesetzt sehen, von der Einrichtung bis zu den realen Betriebskosten.

Angesichts dieser Vielzahl an Herausforderungen gelangen traditionelle Netzwerkarchitekturen zunehmend an ihre Grenzen. Während sie für Netze mit wenigen Standorten und überschaubarer Anwendungsvielfalt nach wie vor funktionieren, lassen sich komplexe Infrastrukturen zunehmend schwer abbilden, ihre Einrichtung ist zeitintensiv und fehleranfällig. Wäre es da nicht großartig, Netze vollautomatisch aufsetzen, überwachen und erweitern zu können?

Automatisierung als Antwort auf steigende Komplexität

Genau das ist die Idee hinter Software-defined Networking (SDN). Während in traditionellen Architekturen Netzwerkgeräte individuell konfiguriert werden, erlaubt SDN das zentrale, ortsunabhängige Design, Management und Monitoring von Netzen mit wenigen Mausklicks. Im besten Fall wird die Konfiguration aller Netzwerkkomponenten – vom Router über die Gateways und Switches bis zu den Access Points – nicht mehr einzeln von Hand durchgeführt, sondern von einer zentralen Software-Instanz übernommen. Die Anforderungen an das Netzwerk werden beschrieben und vollautomatisiert in einzelne Geräte-Konfiguration umgesetzt und ausgerollt, neue Anforderungen per Mausklick angewandt. Ein Paradigmenwechsel par Excellence.

Die neue LANCOM Management Cloud (LMC) basiert auf genau diesem Prinzip. Sie macht SDN für alle LANCOM Netzwerkkomponenten verfügbar und nutzt dafür modernste Cloud-Technologie.

Blick hinter die Kulissen

Damit dies möglich wurde, war einiges an Vorarbeit nötig. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren einen vollständig neuen Entwicklungsbereich für die LMC aufgebaut. Schließlich galt es nicht weniger, als die Netze, wie wir sie kennen, vollkommen neu zu denken und auch in puncto GUI Maßstäbe für die Zukunft zu setzen.

Auch bei der Hardware haben wir Hand angelegt. Während unsere Router, Gateways und WLAN Access Points über ein routinemäßiges LCOS-Update „Cloud-ready“ werden – das nötige LCOS 10.0 wird Anfang 2017 verfügbar sein – mussten wir bei den Switches noch einen Schritt weiter gehen. So wird die Firmware der ursprünglich zugekauften Switches seit einigen Monaten bei uns im Haus weiterentwickelt. Über diese strategische Entscheidung konnten wir erreichen, dass auch unsere Switches mit vollem Funktionsumfang und voller Funktionstiefe über die LMC verwaltet werden können – und uns nicht zuletzt dadurch eine einzigartige Position im Markt sichern.

sdn_szenarioSDN by LANCOM: Die LANCOM Management Cloud

Bei der Entwicklung der LMC lag der Fokus auf der konsequenten Umsetzung des Software-defined Networking-Gedankens auf das gesamte LANCOM Portfolio. Dies erreichen wir mit dem kommenden LCOS 10.0 und dem neuen LANCOM Switch OS. Damit lassen sich komplette LANCOM Infrastrukturen zentral und automatisiert über die LANCOM Management Cloud einrichten und überwachen.

Gleichzeitig war es uns wichtig, dass wir auch beim Einsatz von Cloud-Technologien ein Kernattribut erhalten, das vielen LANCOM Kunden sehr wichtig ist: die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit unserer Lösungen. Genau aus diesem Grund ist die LMC eine vollständige Eigenentwicklung. Und: wir bieten unseren Kunden ganz bewusst verschiedene Deployment-Modelle – von der LMC in der Public Cloud, selbstverständlich gehostet in einem deutschen Rechenzentrum, über die Private Cloud bis zur Self-hosted LMC für den Eigenbetrieb beim Kunden.

Jeder kann, niemand muss

Wir sind fest davon überzeugt, dass SDN die Zukunft des Netzwerkmanagements ist. Die wirtschaftlichen und technischen Vorteile sind so enorm, dass sich SDN-Lösungen langfristig am Markt durchsetzen werden. Dennoch zwingt LANCOM niemanden in die Cloud. Selbstverständlich werden wir unsere bekannten Netzwerk-Tools auch weiterhin anbieten.

Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, alle LANCOM Geräte sowohl über als auch außerhalb der LANCOM Management Cloud nutzbar zu machen. Jeder Kunde kann selbst entscheiden, wann – oder ob – er den Weg in Richtung SDN & Cloud mit uns beschreiten möchte. Auch hier gehen wir einen anderen Weg als viele Wettbewerber, die meist auf spezielle „Cloud-only Hardware“ setzen und Management-Lösungen anbieten, die nur Teile der Netzwerkinfrastruktur – zum Beispiel WLAN oder WAN – umfassen.

Falls Sie nun neugierig geworden sind, lade ich Spontane herzlich auf die it-sa ein, die heute in Nürnberg ihre Pforten geöffnet hat. Dort ist die LMC erstmals live auf unserem Stand zu sehen. In die Vermarktung gehen wir Anfang 2017.

Verwandte Posts

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.