#20Yearsofwifi: Eine Funktechnik verändert die Welt

Veröffentlicht am: 14. Juni 2019 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Technologie, WLAN Keine Kommentare

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Ende der 1990er Jahre haben wir – damals noch unter ELSA-Flagge – unser erstes WLAN-Produkt in den Markt eingeführt. Und, heute kaum vorstellbar: wir mussten sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, dass solch ein Drahtlosnetz auch wirklich ganz neue Möglichkeiten und Chancen eröffnet.

Seither sind gut 20 Jahre vergangen, und das WLAN ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es hat unser Leben im Privaten, wie auch im Beruflichen, radikal verändert. Rund um den Globus zeugen spannende WLAN-Anwendungen davon, mit welcher Kraft das lokale drahtlose Netzwerk Prozesse optimiert, Gewohnheiten verändert und ganz neue Möglichkeiten schafft.

Mit ihrer #20Yearsofwifi-Kampagne feiert die Wi-Fi Alliance nun den 20. Geburtstag der IEEE 802.11er Standards – heute auch bekannt unter Wi-Fi 6 & Co.

WLAN nicht mehr wegzudenken

Ob vor gut zwanzig Jahren den Beteiligten bei der offiziellen Einführung des 802.11-Standards klar war, welchen Erfolg die Technik haben würde, wissen wir nicht. Mittlerweile darf man aber mit Fug und Recht behaupten, dass Wi-Fi 6 und seine Vorgänger eine der größten technischen Errungenschaften unserer digitalen Welt sind.

Im Privaten sind die Vorteile von Wi-Fi für uns alle offensichtlich: hier stehen Bequemlichkeit und Flexibilität an oberster Stelle. Was wir früher nur über einen kabelgebundenen Desktop-PC machen konnten, ist heute dank Wi-Fi nahezu überall über Smartphone, Tablet, Laptop, Smart-TV und viele andere Geräte zugänglich. Ich denke hier zum Beispiel an das Streamen von Filmen und Musik, E-Mail oder einfach das Surfen im Web. Dazu kommen immer mehr Anwendungen aus dem Smart Home-Bereich, die auf kostspielige Verkabelung verzichten und einfach und schnell via WLAN in das heimische Netz eingebunden werden. Immer mit dem Grundgedanken, uns das Leben mehr und mehr zu erleichtern.

Was auf unser Privatleben zutrifft, gilt genauso für unsere Arbeitswelt. Hier bietet die WLAN-Technik sogar einen noch größeren Mehrwert! In nahezu allen Branchen gibt es herausragende Beispiele, wie dank eines leistungsstarken Funknetzes Prozesse gestrafft, Kosten eingespart oder Mobilität und Flexibilität gesteigert werden. Selbst ganze Geschäftsmodelle bauen inzwischen auf WLAN-Technik auf. Im Markt tummeln sich zum Beispiel zahlreiche Anbieter von WLAN-Hotspot-Lösungen oder Hersteller, die sich auf Smart Home-Lösungen spezialisiert haben. In vielen Produkten ist die WLAN-Schnittstelle heute gar die einzige Möglichkeit, eine Vernetzung mit dem Internet oder anderen Geräten herzustellen.

Von Echtzeit-Datenerfassung, Hotspots & mobilen Herzmonitoren

Am Beispiel der Logistik sieht man sehr schön, wie WLAN zu einem festen Bestandteil einer ganzen Branche geworden ist. Bereits seit Jahren setzen Logistik-Profis auf Funktechnik als Basis für den schnellen und einfachen Abgleich ihrer Warenwirtschafts- und Enterprise Resource Planning-Systeme. Was früher zeitaufwendig – Einscannen der Ware, Abgleich mit dem System an stationären Rechnern – und auch fehleranfällig – Fehlbuchungen, Fehlzahlen im System – war, wurde durch eine drahtlose, nahezu in Echtzeit stattfindende Datenerfassung digitalisiert und optimiert.

Oder der stationäre Einzelhandel. Hier hat die Digitalisierung gerade in den letzten Jahren immer mehr an Fahrt aufgenommen. War es früher vielerorts „nur“ ein Kunden-Hotspot, der für mehr Loyalität bei den Käufern sorgen sollte, zählen heute WLAN-basierte Prozesse zum Basis-Repertoire: Bestellprozesse über Tablets, Inventuren mittels mobiler MDE-Scanner, flexible Positionierung von Digital Signage-Lösungen am PoS und vieles mehr gehören zum alltäglichen Bild in vielen Filialen und Kaufhäusern.

Auf Herz und Nieren geprüft wird WLAN bei Anwendungen im Gesundheitswesen und hier vor allem in Krankenhäusern. In vielen Kliniken ist die digitale Patientenakte zum festen Bestandteil der täglichen mobilen Visite geworden und hilft Prozesse zu optimieren und den Ärzten und Pflegern die Arbeit zu erleichtern. Doch auch Patienten können ganz gezielt von der Funktechnik profitieren. So setzen immer mehr Kliniken WLAN-fähige Herzmonitore ein, um ihre Patienten schneller wieder fit zu machen. Die Monitore helfen, Patienten frühzeitig zu mobilisieren, engmaschig zu überwachen und so gleichzeitig den Genesungsprozess positiv zu beeinflussen. Auch in der Altenpflege kommen WLAN-fähige Sender zum Einsatz, die vor allem bei der Pflege Demenz-Kranker eine wertvolle Hilfe sein können. Vom Patienten-WLAN ganz zu schweigen, das helfen soll, die Zeit im Krankenbett so kurzweilig wie möglich zu gestalten.

WLAN als Urlaubsbegleiter und Bildungs-Booster

Beim Thema Hotspot fällt einem sofort das Hotel- und Gastgewerbe ein. Kaum eine andere Branche hat in den letzten zehn Jahren so konsequent die Etablierung dieses Gäste-Services vorangetrieben. Das überrascht nicht, schließlich steht WLAN bei Hotelgästen und Co. hoch im Kurs. Häufig wird ein fehlendes WLAN sogar zum Ausschlusskriterium für das nächste Urlaubsdomizil. Denn: Den „Standard“, den der Nutzer von zu Hause kennt, möchte er auch im Urlaub nicht missen. Und wie kann man am besten Schnappschüsse und Videos aus dem Urlaub mit Familie und Freunden teilen oder Streaming-Dienste am Pool nutzen, wenn nicht einfach und bequem über ein drahtloses Netzwerk?

Auch immer stärker im Kommen ist das WLAN im Bildungswesen. Hinken Schulen hier häufig noch hinterher, gehört das schnelle Funken für Hochschulen und Universitäten zum guten Ton. Campus-weite Drahtlosnetzwerke mit der neuesten WLAN-Technik sind an deutschen Unis keine Seltenheit und für Studierende ein absolutes Must-have. Diese starke Verbreitung hat auch dazu geführt, dass sich eine europaweite Initiative wie eduroam einer großen Beliebtheit erfreut. Mit eduroam können Mitarbeiter und Studierende von teilnehmenden Universität mit ihren Login-Daten ganz einfach in jedem WLAN einer anderen mitwirkenden Einrichtung ins Netz gehen. Und das europaweit.

Wirklich außergewöhnlich wird es, wenn wir auf die Forschung blicken. Hier kann WLAN-Technik einen ganz essenziellen Beitrag leisten, um wichtige Daten zu erheben, wie das Beispiel des Österreichischen Weltraum Forums sehr schön zeigt. Die Wissenschaftler des ÖWF führen regelmäßig Marsmissions-Simulationen an Orten durch, an denen sie extreme, den Gegebenheiten auf dem Mars sehr ähnliche, Bedingungen vorfinden. Besonders wichtig für die Forscher: die Erfassung der Vitaldaten der Astronauten, die ganz „irdisch“ per WLAN an die Basisstation gesendet werden. Damit erhalten die Wissenschaftler spannende Einblicke nahezu in Echtzeit und können Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Menschen unter solch extremen, Mars-ähnlichen Bedingungen reagieren.

Apropos extreme Bedingungen: Durch entsprechend robuste Hardware findet man WLAN auch immer häufiger an Orten, an denen man vielleicht gar nicht damit rechnet. So werden heutzutage Funknetze im Tunnelbau eingesetzt – teilweise mehrere hundert Meter unter der Erde – oder auf Gletschern und in Seilbahnen aufgezogen. Meist mit dem Ziel, schnell und ohne Aufwand eine zuverlässige Kommunikationsinfrastruktur zu schaffen, die gleichzeitig ein Höchstmaß an Flexibilität und lokaler Mobilität zulässt.

20 Jahre – und kein bisschen alt

Die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. Wir sind immer wieder fasziniert darüber, welche ausgefallene Anwendungen unsere Kunden und Partner mit WLAN realisieren. Wir dürfen also ebenfalls gratulieren und freuen uns, dass mit #20yearsofwifi eine wahrlich bahnbrechende Innovation in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wird.

PS: Wie weitreichend WLAN-Technik dazu beiträgt, Branchen zu verändern und zu prägen, erfahren Sie auch in unserem Referenzportal. Dort erhalten Sie einen spannenden Einblick in eine Vielzahl von tollen WLAN-Projekten in verschiedenen Branchen.

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