12 Monate Corona-Pandemie bei LANCOM: Licht & Schatten

Veröffentlicht am: 24. März 2021 Autor: Ralf Koenzen Veröffentlicht in Unternehmen Keine Kommentare

Fast ein Jahr ist es her, dass ich hier in meinem Blog darüber geschrieben habe, wie nahezu alle LANCOM Mitarbeiter:innen aufgrund der Corona-Pandemie den „Rückzug“ ins Homeoffice antreten mussten. Heute – ein Jahr später – hat sich an diesem Zustand wenig bis gar nichts geändert. Die Kommunikation über digitale Wege ist zum Standard geworden und hat den persönlichen, direkten Austausch mit Kollegen, Partnern und Kunden nahezu vollständig ersetzt. Funktioniert hat das oft sehr gut. Aber: Das Jahr 2020 hat uns als Unternehmen auch gezeigt, wo Digitales Trumpf ist und wo nicht.

Fazit: Es geht auch aus dem HomeOffice

Die Entscheidung im März 2020, nahezu das gesamte LANCOM Team ins Homeoffice zu schicken, ist uns nicht leichtgefallen. Auch wir hatten unsere Zweifel, ob wir mit diesem Schritt unsere hohe Produktivität würden aufrechterhalten können. Nach nunmehr 12 Monate ist aber klar: es geht – und das LANCOM Team macht auch aus der Ferne einen super Job!
Natürlich läuft nicht immer alles perfekt, und als Dauerzustand kann ich mir die aktuelle Situation beim besten Willen nicht vorstellen. Aber: Die guten Arbeitsergebnisse und auch die Erkenntnis, dass der Austausch zwischen ganzen Teams über digitale Hilfsmittel viel besser funktioniert als erwartet, wirken auch nach vorne.

Dazu gehört, dass wir die Arbeit aus dem Homeoffice auch nach der Pandemie viel umfassender ermöglichen werden, als dies vor Corona der Fall war. Nahezu allen unseren Mitarbeiter:innen soll es dann offenstehen, an zwei bis drei Tagen in der Woche von zu Hause zu arbeiten. Damit entsprechen wir einem Wunsch, den wir von vielen Seiten vernehmen.

Müdigkeit und Erschöpfung spürbar

Aktuell nehme ich allerdings eine gewisse Homeoffice-Müdigkeit wahr. Die fehlenden sozialen Kontakte und kulturellen Ausgleichsmöglichkeiten sowie die ständigen Verlängerungen des Lockdowns in Verbindung mit einer mehr als ungewissen Zeitplanung machen uns allen zu schaffen. Ganz besonderes herausgefordert werden Familien in diesen Zeiten, das ist auch bei LANCOM nicht anders. Viele Mitarbeiter:innen sehen sich seit Monaten einer enormen Doppelbelastung ausgesetzt.

Ob HomeSchooling, geschlossene Kitas oder die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger – was hier „neben“ dem Job geleistet wird, ist unfassbar. Das gilt übrigens auch für all jene Kolleg:innen ohne familiäre Zusatzbelastung, die uns in vielen Abteilungen mit hohem Einsatz dabei unterstützen, den Betrieb aufrechtzuerhalten und Aufgaben und Projekte wie geplant umzusetzen. Ich zolle dieser enormen Leistung meinen allergrößten Respekt! Gleichzeitig mache ich mir große Sorgen, denn auch in unserem Team stoßen immer mehr Menschen an ihre physischen und psychischen Belastungsgrenzen.

Mir selbst fehlt vor allem der persönliche Kontakt zu den Kolleg:innnen, auch wenn wir in den letzten Wochen durch gute Testmöglichkeiten über unseren Betriebsarzt wieder mehr „echte“ Begegnungen und Meetings vor Ort möglich gemacht haben. Dennoch schmerzt es mich, wenn ich durch die Flure gehe und nahezu alle Büros sind menschenleer. Das ist schon etwas gespenstig und ruft einem auch immer wieder ins Gedächtnis, dass diese Zeit alles andere als normal ist. Diese leeren Räume können auch tolle digitale Kollaborations- und Meeting-Tools nicht ausfüllen.

Events: Das Digitale stößt an seine Grenzen

Neben so vielem anderen haben auch für uns die letzten Monate eine wichtige Erkenntnis gebracht: Nicht alles lässt sich sinnvoll und nahezu gleichwertig in digitale Formate übertragen. Wo es gut funktioniert, das sind zum Beispiel unsere Themenforen zum DigitalPakt Schule, unsere halbjährliche interne Mitarbeiter-Informationsveranstaltung oder unsere traditionelle LANupdate Roadshow, die derzeit als LANupdate@home „tourt“ und hoffentlich schon bald wieder in echt zu unseren Partnern im ganzen Land kommt. Ebenfalls eine tolle neue Erfahrung war unser jährliches LANCOM Top Partner Summit, welches im Dezember komplett in der digitalen Welt stattfand und trotz Distanz nahbar und äußerst lebhaft war.

Dennoch: Keines dieser Formate kommt an Events aus dem echten Leben heran – was in noch viel größerem Umfang für Messen und Tagungen gilt. Wir mussten schmerzlich feststellen, dass wirklich keiner der „digitalen Zwillinge“ der großen IT- und Branchen-Messen auch nur annähernd an die Präsenzformate heranreichen konnte. Statt intensiver Gespräche am digitalen Messestand herrschte allzu oft gähnende Leere.

Ich hoffe sehr, dass ich in 12 Monaten nicht wieder einen ähnlichen Text schreiben muss. Ich bin optimistisch, dass wir mit den geplanten großflächigen Impfungen bis zum Ende des Jahres die Situation weitgehend unter Kontrolle bringen können. Und hoffen wir auch, dass sich für die vielen tausend Soloselbstständigen, Gastronomie- und Hotelbetreiber, die Kulturschaffenden und Angestellten aus der Tourismusbranche bald ein Hoffnungsschimmer zeigt. Denn hier geht es aktuell vor allem um eins: die nackte Existenz.

Wichtig ist, dass wir zusammenstehen, aufeinander aufpassen und gemeinsam alles dafür tun, diese Krise hinter uns zu lassen. In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!

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